Kreuzfahrt Tag 9 – Dominica

19.04.2025
Dominica wird nicht so oft von Kreuzfahrtschiffen angesteuert. Wir machen eine Ausnahme, weil unsere Reise einen Tag länger dauert – 8 Tage. Wir möchten diesmal unsere Kirchengemeinde besuchen und ein lokales Gottesdienst erleben und den botanischen Garten sehen. Zu der Kirchen sind es nur 12 Minuten zu Fuß, laut Navigation. Als wir die Landungsbrücke verlassen, sind die Taxifahrer mit ihren Rundfahrt-Angeboten unkultiviert aufdringlich. Zum Glück möchten wir keine Rundfahrt machen. Beim Weiterlaufen entsteht bei uns der Eindruck der Unsicherheit – etwas stimmt in diesem Land nicht. Auf der Straßen liegt Schmutz, die Häuser sind renovierungsbedürftig (Bruchbuden) und die Einheimischen wecken kein Vertrauen in uns. Ob es mit ihrer Bekleidung, den Blicken, wie sie uns anschauen oder rücksichtslosem Fahrstil zusammenhängt, kann ich abschießend nicht sagen. Fakt ist, dass in der Hauptstadt Roseao kaum Bürgersteige sind und die 12 Minuten für den Weg zur Kirsche utopisch sind. Sich durch die Autoschlangen durchzuschlingen ist anstrengen. Wir sind froh, dass wir einen Fußgängerweg am Fluß entlang finden. Der Gemeindesaal macht einen ordentlichen Eindruck und die Leute sind freundlich zu uns. Die Kirche unterhält auch eine Grundschule und ist dadurch auch unter der Woche ausgelastet. Heute sind nur weniger Leute das, weil die Jüngeren bei einer Veranstaltung in einer anderen Stadt sind. Also es läuft alles auf Sparflamme. Und es gibt keine Musik, auf die ich mich gefreut habe – nur Gesang. Leider bleibt das Schlagzeug in der Ecke stumm. Ich hätte mir gern die Kirchenlieder mit karibischen Rhythmen angehört. Im Bibel Gespräch sind sie sich einig, dass man eine Sünde vergeben soll, aber uneinig, wie man sie vergessen soll. Ob es geht? Also typisch offene Fragestellungen.  Die Predigt fand ich gut – halte dein Haus gut organisiert und in Ordnung, egal wer gerade an der Macht ist oder die Zukunft aussieht – zu den lokalen Verhältnissen ein passendes Thema. In dem Gebet wünschen sie uns den Schutz auf unserer Reise und guten Nachhauseweg. Ich finde es schln dass sie an uns denken. Nach dem Gottesdienst wechseln wir mit den Leuten ein paar warme Worte und nehmen Grüße an die Kirchengemeinde in Deutschland mit.

Der botanischer Garten ist mehr ein Garten oder ein Park, als botanisch. Ja – es sind Pflanzen da, aber es ergibt für mich keinen Sinn, diesen Teil der Stadt als botanischen Garten zu nennen. Es ist eine ganz normale, ungepflegte Parkanlage. Der angedrehte Friedhof ein paar Schritte weiter macht den Eindruck nicht besser. Verfallene Gräber weit und breit. Einfach nicht schön. Wir nähern uns unserem Schiff und sind froh, dass wir wieder in der „Zivilisation“ näher sind. Wir werden diese Insel mit gemischten Gefühlen in Erinnerung behalten.

Weil wir früher zurück sind als geplant , schaffen wir es zum Mittagessen. Wir telefonieren gute 1,5 Stunden mit unseren Kinder um uns gegenseitig auf dem neusten Stand zu halten. Das üppige Mittagessen rächt sich allerdings am Abendessen und wir fallen übermüdet und mit vollem Bauch um 22 Uhr ins Bett.

Kreuzfahrt Tag 8 – Barbados

18.04.2025
Als die europäische Schiff zum Barbados zum ersten Mal kamen, fanden sie die Insel unbewohnt  – also gestaltete sich die Landeinnahme problemlos. Warum wird hier aber links gefahren?

Wir setzen uns nach dem Frühstück in ein Taxi und erkunden mit unseren Freunden die sagenhafte Insel. Die Synchronisation der Wünsche für eine dreistündige Tour gestaltet sich aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunkte schwierig. Zuerst landen wir bei einem vergessenen Betonlöwe irgendwo im Nirgendwo – mit schöner Aussicht.  

Danach sehen wir unterwegs einen tropischen Garten. Die Abstimmung ergibt nur 30 Minuten für den Besuch. Schade. Ich knipse viele Bilder und komme verspätet zum Taxi – unter der durchsichtigen Standardausrede der Blasenschwäche.  

Es geht weiter zu einem Strandspot bekannt aus der Serie Outerbanks. Nur für Bilder braucht die Jugend knapp 45 Minuten. Es sind tatsächlich schöne Ausblicke hier. Gleich gegenüber ist eine Kirche mit offenen Fenstern und einem Karfreitagprogramm im vollen Gange. Der Gesang klingt ungewöhnlich für meine mitteleuropäischen halbtauben Ohren. Vielleicht mischt sich dabei der gefühlte Schmerz der damaligen Kreuzigung mit der harmonischen Empfindung der gegenwärtigen dunkelhäutigen Bevölkerung zusammen. Für mich ist es nichts und ich flüchte aus der Kirche. Leider kann die Fragezeichen in den Augen des Pfarrers nicht beantworten. 

Der nächste Stop ist eine, im Reiseführer gelobte, Kirche. Nach Google Maps Dauer den Weg 13 Minuten mit dem Auto. Die Straße ist aber in einem so schlechten Zustand, dass wir 23 Minuten brauchen. Und die Zeit läuft gegen uns. Die Kirche ist voll mit andächtigen Zuhörern und einem ehe zurückhaltenden Pfarrer.  Wir wollen nicht stören und fahre zügig weiter um an das Carlisle Beach zu gelangen – unseren letzten Stop. Blaues Meer , richtig karibisch blau , touristisch vollständig erschlossen, die Schildkröten und Fische sind schon längst dem Lärm der Jetskis gewichen. 

Zurück in Bridgetown (die Haupstadt)  boarden wir aufs Schiff.  

Wir haben zwei Aktionen vor. 

Zuerst möchten wir ein Seder Mahl besuchen – nach damaligen jüdischen Ritus das Abendmahl. Wir übersehen im Programm, dass diese Aktion selbstführend ist. Das bedeutet übersetzt – dass die Zutaten bereitgestellt sind , aber die Durchführung obliegt den Teilnehmern. Wie sind noch mit 3 älteren Damen (zufälligerweise zugehörig der gleichen Kirche , wie wir) zusammen und feiern, so wie wir uns es vorstellen. Lustig. Nach 15 Minuten machen wir Schluss und verabreden wir uns zum Besuch der Kirche auf der nächsten Insel.  

Die zweite Sachen , die wir vor haben ist mein Geburtstagsessen. Katrin hat ein japanisches Restaurant gebucht.  Wir genießen das üppige und hochwertige Essen mit allen fernöstlichen Raffinessen und sind am Ende „übersatt“. Eine kleine Überraschung gab’s doch noch: weil ich mich nicht zwischen zwei Nachtischen entschieden konnte, bekomme ich beide. Sie waren so gut (Mochi und Grüntee Eis), dass wir überlegen, das wir am letzten Tag zum Nachtischessen hingehen.

Kreuzfahrt Tag 7 – St. Kitts

17.04.2025
Um 6 Uhr Morgens parkt das Schiff ein. Die Prozedur des Einparkens dauert eine halbe Stunde und der Lärm und die Vibrationen dabei haben jeden auf dem Schiff geweckt. Jeden. Man kann sich es so vorstellen: ein Flugzeug steht auf der Startbahn mit voll aufgedrehten Turbinen und es bebt, aber steht immer nur auf einem Fleck – keine Bewegung – nur Krach und Vibrationen. Ich habe keine Ahnung, was sich die Kapitänsbrücke gedacht hat. Das Einparken ist heute eine Tortur.

Weil Morgen Geburtstag habe, möchte ich Morgen auf Barbados gern eine Zipline fahren. Fährt man eine Zipline, oder gleitet ? Leider ist dort alles ausgebucht. Auch heute auf St. Kitts ist die Zipline, laut Internet, ausgebucht. Wir nehmen Taxi und fahren hin. Vielleicht gibt es ein freier Slot für uns. Wir denke: zwei Personen müssen doch immer unterkommen. Das Wunschdenken und die Zuversicht wurden belohnt. Obwohl die Betreiber tatsächlich volle Kleinbusse erwarten und diese kommen auch kurz danach, bekommen wir doch um 11 Uhr ein Zeitfenster zugewiesen. Wir freuen uns riesig. Was für ein Abendteuer. Der Taxifahrer ist auch bereit uns später abzuholen. Passt auch. Wir haben eine gute Stunde Zeit die Gegend zu erkunden:  den Regenwald, die alte Zuckerrohrfabrik und die Ständer der lokalen Händler. Und weil wir weit und breit die einzigen Touristen sind, werde wir gleich angesprochen. Aber auf eine ganz nette Weise. Deswegen bleiben wir stehen und ich frage nach dem Zwecke einer Maschine, welche dort auf dem Tisch sehe. Es ist eine Zuckerrohrsaftpressmaschiene. Wir möchten den Saft ausprobieren – am Ende ist es eine braune Flüssigkeit, die rauskommt. Ein Zuckerrohrwasser. Mit ein bisschen Eis schmeckt es hervorragen. Es ist zum ersten Mal im Leben, dass wir dieses Getränk trinken. Die Zubereitung ist einfach, aber anstrengend – Zuckerrohr schälen (früher hatten sie es nur mit einem Messer gemacht, erfahren wir), dann waschen und pressen. Eine Sklavenarbeit. Und so war sie auch – früher.

Früher bedeutet in der Kolonialzeit. Diese Zeit habe maßgeblich die Engländer bestimmt. Zuerst haben Franzosen und Engländer gemeinsam gegen die Einheimischen gekämpft. Als die einheimischen Ureinwohner beim „bloody Point“ niedergemezelt wurden, haben sich die Franzosen und Engländer gegenseitig bekriegt. Jetzt fahre sie hier alle links.

Die Insel ist unabhängig – seit 1983. Auf der Insel wird keine Steuer erhoben, die medizinische Versorgung ist von 18 bis 62 zahlungspflichtig. Die restlichen Zeiten sind kostenfrei. Es gibt hier zwei Unis – Veterinarische- und Human-Medizin. Das Studium ist bei den Amerikaner und Kanadier sehr beliebt. Kein Wunder – Studium in Paradies.

Unsere Wartezeit auf die Zipline ist um und wir dürfen uns in die tiefen der Urwaldschluchten stürzen. Was für ein atemberaubendes Gefühl. Einfach nur genial in der Luft zu schweben – „wie ein Vogel, der frei ohne Schranken, fliegt ….“ so fühle ich mich (der Text ist aus einem alten Lied von mir). Es gibt 4 Ziplines: die Längste ist 1,2 km lang, die Schnellste 72 km/h. Wir genießen das Abenteuer.

Danach kommt der Taxi und fährt uns zum Schiff – heute müssen wir 2 Stunden früher ablegen – der Weg nach Barbados ist weit. Ich laufe aus dem Schiff noch schnell zurück in eine Bar mit Internet um den Blog zu posten. Übrigens kostet hier ein Getränk (ohne Alkohol) 2 $. Leider ist die Qualität des Internet auch billig. Ich schaffe nur einen Tag zu posten und schnell zum Schiff um die Einstigszeit zu halten. Bei mir klappt es problemlos. Ich stehe dann auf dem Deck und möchte beobachten, wie das Schiff ablegt und die Ein-/Ausstiegsbrücke reingezogen wird. Es ist 10 Minuten nach der Abfahrtzeit und die Brücke ist immer noch da. Ich erfahren, dass noch 2 Leute fehlen. Der erste Offizier kommt vorbei und beobachtet die Ratlosigkeit seiner Mitarbeiter – was passiert jetzt, frage ich. Er erzählt mir, dass sie letzte Woche tatsächlich welche nicht mitgenommen haben , weil sie zur Abfahrtzeit nicht einschienen sind. Es sind schon 15 Minuten nach der Abfahrtzeit und keiner kommt. Die Brücke wird schon langsam reingezogen, als ich in der Ferne zwei rennende Personen sehen. Ich rufe es dem Offizier zu – er über den Funk den Leuten unten und schon läuft eine Frau den Nachkömmlingen entgegen und beruhigt sie, dass sie doch mitgenommen werden und nicht laufen müssen. Ich finde es nett. Kein Stress verbrieten – sondern beruhigen. Sehr schön. Mit 20 Minuten Verspätung verlassen wir den Hafen. Auf unserem Schiffskonto werde 14,95 $ Anlegergebühren gutgeschrieben, dass wir den Hafen 2 Stunden früher verlassen haben – eine nette Geste der Rederei.

Beim Abendessen kommt der verantwortungstragende Manager zum Tisch und fragt, wie wir mit dem Essen zufrieden sind. Alle nicken und vergeben 10 Punkte. Katrin und ich nicken auch, vergeben aber 8 Punkte. Und warum “nur” 8 Punkte? Was können sie verbessern? Wir haben zwei Punkte, welchen er sich brav aufschreibet:

  1. zu wenig vegetarische Gerichte
  2. die vegetarische Gerichte sind nicht gekenzeichnet – nur ein veganes Essen hat ein “V”

Der Manager kommt in 15 Minuten zurück und hat eine Lösung für uns. Wir dürfen jedes vegetarisches Essen aussuchen, die sie auf dem Schiff gekocht haben oder kochen werden, auf die zukünftige Tage einplanen. Dafür bekommen wir alle Speisepläne und dürfen uns kreativ betätigen. Dazu sage ich Flexibilität und Lösungsorientierung. Wie sind begeistert. Es lohnt sich manchmal zu nicken und nur 8 Punkte zu vergeben.

Den Abend verbringen wir wieder mit unserem netten Klavierspieler in der Schooner Bar.

Kreuzfahrt Tag 6 – St. Martin

16.04.2025
St. Martin ist halb niederländisch und halb französisch. Sie haben sogar eine Grenze dazwischen, aber sie ist unsichtbar. Deswegen spricht man manchmal über Martinsinsel. Es ist der kleinste Teil der Erde , wo zwei Nationen nebeneinander in Frieden leben. Ohne Grenze – nur auf dem Papier.  Und sie fahren Autos richtig. Rechts. Wie sich‘s gehört. 

Wir fangen am Frühstück in der Gruppe abzustimmen, ob wir einen gemeinsamen Nenner finden, was wir am Tag unternehmen. Zwei gehen wandern. Der Rest ist sich so weit einig : wir besuchen Maho Beach, der Markt in Marigor und wenn Zeit übrig bleibt das Städchen , wo wir gelandet sind.   

Gesättigt für den ganzen Tag, was die verzehrte Menge der Nahrung betrifft, machen wir uns auf den Weg. Die operative Planumsätzung  liegt bei den Männern und der Turisteninfo. Wir erfahren , dass man zu dem Maho Beach statt Taxi,  auch  mit dem Bus fahren kann. Der Nachteil: warten , umsteigen , Buss voll. Vorteil: günstig. Die Entscheidung ist eindeutig. Die Nachteile und Vorteile treffen in der Praxis alle zu. Wir warten in der prallen Sonne an der „Bushalte“ (o-Ton in dem NL Teil) auf den Anschluss und als der Bus kommt , gibt es kein Platz. Wir sitzen teilweise auf dem Boden.  Dafür 2 $ pro Strecke und Person. 

Endlich Maho Beach erreicht. 

Ja – hier ist der berühmte Strand , wo Flugzeuge direkt über die Badegäste landen. Im Bus erzählt uns eine mitteilungsfreudige ehemalige Schuhverkäuferin von tödlichen Unfällen , bei welchen der Sog der Flugzeugtriebwerke die unaufmerksamen und lebensmüden Urlauber verletzt hat , teilweise tödlich. So steht es auch am Flughafenzaun mit großen Buchstaben beschrieben.  Lebensgefahr. Wen interessiert es ? Richtig – keinen. In den 1,5 Stunden landen nur kleine Maschinen und wir sind weiter weg in der Bar im Schatten und schlürfen kalte Getränke. Schatten ist wichtig, weil die Sonne unerbärmlich und ohne Rücksicht auf den Schutzfaktor der abgelaufenen Sonnenkreme die Erde und ihre halbnackte Touristen-Bewohner so stark bestrahlt , als ob jegliche Ozonschicht durch unsachgemäße Kühlschrankentsorgung vernichtet wurde. In der Anflugsschneise sind keine Sonnenschirme aufgestellt, sonst würden sie durch die Windturbulenzen beim Anflug weggefegt. Und wo sammeln sich die meisten Adrenalinjunkies? Gerade dort. Ohne Schutz von oben im doppelten Sinne.  In Deutschland wäre diese Attraktion behördenmeldepflichtig und sofort verboten. Natürlich aus Sicherheitsgründen um uns zu schützen. Aber der Spaß, die Freiheit und Lebensfreude spielen hier die entscheidende Rolle.  Die Bar und das Restaurant verfügen über Ankunts- und Abflugsbildschirme inkl. Flugzeugtypen um nichts zu verpassen. Irre.  

Es geht zurück in das Städtchen Marigol mit dem angesagten Mittwochsmarkt. Diesmal ist im Bus Platz genug. 

Und wir kommen nach Frankreich 

🇫🇷. Der Markt in Marigol ist bunt, sonnenüberflutet, eurofreundlich. Unsere Freunde und wir machen die Erkundung jetzt jede auf eigene Faust. Katrin findet auf dem Markt  eine ungewöhnliche Tasche.  Gekauft.  Bezahlt in €.  Wir finden in der Nähe einen französischen Bäcker.  Bezahlen in € mit meiner EC-Karte kontaktlos und problemlos. Steckdosen europäisch. Ich bin begeistert – wir sind tatsächlich in einer französischen Kolonie gelandet – heute hat „das Kind“ bestimmt einen anderen Namen. Aber den kenne ich nicht.  Wahrscheinlich: karibisches Überseegebiet unter französischer Verwaltung. Eine Kolonie …

Auf dem Rückweg nach Philipsburg fahren wir einen Gospel Bus – der Fahrer lässt englische Anbetungslieder laufen. Die Leute nehmen es an. Keiner regt sich auf.  Umgekehrt sie sie sehr anständig und grüßen beim Einstieg und der Bus antwortet im Chorus. 

Wir kaufen ein Hemd für mich – mit einem lokalem Motiv. Die Marke: Piranha Joe 🙂 Heute ist auf dem Schiff ein karibischer Abend. Dann wird es passen. 

Vor dem Schiff erwartet uns ein musikalischer Empfang. Verschiedene Jugendgruppen spielen auf Steel Drums karibische Musik. Ich frage, welche Gruppe besser ist und komme mit einem Mädchen ins Gespräch. Nach dem sie erfährt woher ich komme, ruft sie lauf und begeistert: i love Germany. Als nachfrage, warum: wegen der Kultur. Ich hake nach: was meint sie mit der Kultur? Eigentlich weiß sie es nicht genau, aber ihre Schwester war schon in Deutschland zur Besuch und war begeistert. Deswegen ist sie auch “loving Germany”. So einfach ist das Vertrauen in die Geschwister hier.

Nach dem Abendessen gibt es die Möglichkeit zum Klettern unter den Sternen – um 21:30. Zu den Sternen kam ein leichter Wellengang bei der vollen Fahrt. Ich bin happy eine automatische Klettersicherung live zu erleben. Sie ist gewöhnungsbedürfig, weil man schmeisst sich beim Abseilen einfach nach hinten und vertraut der Technik. Ja – die neue Technik hat funktioniert. Und ich bin stolz, dass die Wand auch ältere Semester mag.

erster Hafenblick auf St. Martin

Kreuzfahrt Tag 5 – St. Thomas

15.04.2025
Ein neuer Tag – eine neue Insel. St. Thomas gehörte früher Dänemark, in 1917 wurde sie  für 20 Mio. $ an die USA verkauft. Und auch hier fahren die Autos verkehrt. Das nur kurz zu der Geschichte.

Es gibt noch eine Frage, die geklärt werden sollte. Was machen wir einheitlich in der Karibik? Wir lieben doch unser Wohnmobil und verbringen unsere freie Zeit so gern in Niederlande. Die Antwort: unsere gute Bekannte aus Schwarzwald möchte ihr 50. Geburtstag auf einem Kreuzfahrtschiff feiern und fragt in ihrem Freundesreis nach, wer mitfahren würde. Wir sind für jede verrückte Idee zu haben. Uns dellst sich die frage: würden wir es ohne diese Gelegenheit machen? Nein. Also fahren wir mit.

St. Thomas – wir kommen und willkommen. Bevor wir ausschiffen, gibt es Frühstück. Heute Morgen haben wir das Bedienungsrestaurant probiert. Ein großer Vorteil ist nicht nur die Bedienung sondern auch  der große Tisch, an dem wir gemeinsam sitzen und erzählen können. Der mögliche Nachteil ist die eingeschränkte Auswahl, dazu ohne visuelle Vorstellung. Der Nachteil kann aber auch als ein Vorteil sehen, weil die Auswahleinschränkung die Entscheidungsfindung – was soll ich essen? – vereinfacht. Und so war es auch. Ich habe die bekannten Speisen bestellt und war gut bedient. Und noch einen Vorteil haben rausgefunden – keiner hat sich „überfressen“.  Morgen gehen wie wieder Buffet essen  – damit treffen wir eine irationale Entscheidung.

Heute ist eine Rundtour über die Insel geplant – 2 Stunden lang. Jede Minute ist das Geld wert. Die fantastischen Fotospots und die Ausblicke von den Bergen zum Meer werde ich nie vergessen – außer altersbedingt  – sie bleiben immer vor meinen Augen. Wie eine Ravensburger Puzzellandschaft zeigt sich die Natur von ihrer besten Seite: nicht nur farbig, (blau, hell blau, dunkelblau, türkis blau, grün und weiß) sondern auch in der Form der Buchten und der Insel. So eine stimmige Ausgewogenheit der vorher beschrieben Elemente, kann kein Bild transportieren. Das Auge kann diese schönheitswirkende Natur viel besser einfangen, wie eine Kamera. Dazu kommen die Düfte, die Geräusche, die Wärme durch die Sonne, der Schatten durch die Wolken, die tropische Feuchtigkeit und der Wind, der alles zusammen vermischt. Raus kommt eine unvergessliche karibische Stimmung, gute Laune, das Gefühl der Zufriedenheit und die Zeit fängt an langsamer zu ticken. 

Die Rundtour führt zu einem Berggipfel, wo die beste Aussicht auf die …. Bucht ist. Und das ist die Bucht #1 aus dem Reiseführer. Kostet sogar 7 $ Eintritt. Wir lassen uns auf die Empfehlung des Tourguides ein und steuern lieber die … bucht an. Das Transfer ist umsonst und es gibt auch kein Eintritt. Wir bereuen die Entscheidung nicht und geben 25 $ für ein Sonnenschirm und 2 Liegen aus –  das nicht ausgegebene Geld für das Taxi und Eintritt für die ANDERE Bucht. Was gut ist, ist die Möglichkeit in der Lobby des Beach-Resorts ein Internetzugang zu bekommen. Es ist nur für die Gäste des Resorts. Nach einer kurzen Verhandlung wurde mir das WIFi versprochen – das Passwort wurde von der Rezeptionistin persönlich in mein Rechner eingetippt. Sicher ist sicher. Ich schaute weg um das Vertrauen zu wecken. Aber ehrlich – wir werden uns nie wieder sehen und ich werde dieses Passwort nie wieder brauchen. Und das war der Gund, warum ich gestern posten konnte. Das heutige Post kann ich erst Morgen bei einer Gelegenheit im Kaffee mit WiFi posten. Hier ist gerade 20:32 und 27 °C.

Vor dem Schiff, auf dem Rückweg aus der Geheimtipbucht, spielt ein Saxofonist atemraubende Melodien zu heißen karibischen Rhythmen. Die Hüfte zuckt.

Der Tag geht zum Ende. Vorher schaffe ich mich in dem Buffetrestaurant so zu überessen, dass ich es den ganzen Abend und die ganze Nacht bereue. In der Schooner Bar hat der coole Pianoboy heute ein Dayoff. Nur eine halbe Stunde wird Jazz als Ersatz gespielt. Ein Cocktail und die sonneninduzierte Müdigkeit verkürzen den Abend wesentlich und zwingen uns unerbittlich aufs Zimmer zu gehen. Eine Vollmondnacht beginnt.

der erste Blick – noch wissen wir nicht, dass wir den Nachmittag dort verbringen – Emerald Beach
die Landebahn im Hintergrund
herrlicher Ausblick – ein Paradies
Happy auf St. Thomas

Das Schiff ist in der linken Ecke zu sehen
Die schönste Lagune auf der Insel – Magan Bay – der Eintritt 7 $
ohne Worte – die Stimmung ist mit keinem Bild aufzunehmen

Kreuzfahrt Tag 4 – St. Croix, U.S. Virgin Islands

14.04.2025
Wir fahren die ganze Nacht durch. Am Morgen früh legen wir im Hafen von Frederiksted – die Insel war früher eine Dänische Kolonie. Die USA hat sie später abgekauft. Auch die größte Stadt heißt irgendwie dänisch –  Christiansted. Trotzt des europäischen Einflusses fahre sie hier im Straßenverkehr links. Dafür muss ich sagen , dass sie sehr rücksichtsvoll sind. Das gleiche gilt auch für Puerto Rico. Die Entspannheit, Ruhe und Rücksicht sind mir positiv aufgefallen. Und noch etwas – sie fahren sehr langsam – obwohl sie richtig große, hochmotorisierte Karren/Pickups fahren. Der Motorsound wie beim Porsche und 25 km/h durch die Stadt. Landstraße Max 50 km/h. Sie haben wohl nie eilig. Nicht wie bei uns – viele fahren ohne Rücksicht, als ob sie schwangere Frauen ins Krankenhaus auf den letzten Drücker liefern müssten. 

Unser Plan für heute: zum schönen Rainbow Strand laufen(!) und dort chillen 😎 und das Städtchen erkunden und eine, im Reiseführer empfohlene, Bar zu besuchen. 

Am frühen Morgen – schon beim andocken am Pier – sehen wir von oben Schildkröten in Mengen. Unglaublich – immer wieder tauchen sie auf und holen Luft.  Wir freuen uns auf den Tag.

Noch eine Anmerkung zum Frühstück: das Obst ist reif und es gibt Biercher Müsli. Mein Schiff. 

Also laufen wir eine halbe Stunde zum Strand. Unterwegs holt uns eine kommunikative amerikanischsprechende Gruppe ein und wir fangen das Gespräch über „die richtige Straßenseite zum laufen“ an. Und so unterhalten wir uns von einer Straßenseite zur der anderen. Es kommt raus, dass sie Freiheit lieben – um auf jeder beliebiger Straßenseite zu laufen, aber sie wissen auch, dass Deutscher auf Sicherheit achten und deswegen die richtige Straßenseite nutzen. Die nette Truppe möchte wandern – es sind 30 Grad und feucht. Die Frau aus der Gruppe erkundigt sich nach unseren Plänen und lass die Männer weiterlaufe und geht mit uns an den Strand. Sie passt auf unsere Sachen auf und wir können zusammen baden. So einfach ist das Vertrauen herzustellen.

Der Rückweg scheint uns viel kürzer, als der Hinweg. Woran liegt es wohl. Ja – wir haben Hunger bekommen.

Zurück in dem Frederiksted erkunden wir das Städtchen und besuchen die Empfehlung aus dem Reiseführer. Auf einem Balkon im ersten Stock schmeckt meine Spinatsuppe, wie von meiner Oma gemacht. Und Katrins Chips mit Tomaten kleingehackt sind auch hausgemacht. Nach dem Kauf einer neuen Sonnenbrille (meine hat ein wichtiges Schräubchen verloren und hält nicht zusammen) kehren wir zum Schiff zurück.

Der Abend hat noch ein Highlight für uns vorbereite: eine Band im Zentrum des Schiffes. Die vier Männer spielen absolut entspannt und bewegungsarm – so eine Routine habe ich schon lange nicht gehört. Dafür ist die Sängerin umso bewegungsaufgeweckt und im Zeitgeist mutig. Eigentlich betreibt sie auf der Bühne zwei Berufe – eins davon ist Singen. Der Zweite hat etwas mit eindeutigen Bewegungsabläufen zu tun. Und das Kleid, was sie “trägt”, findet auf ihrem Körper leider keinen Halt und so kämpft sie bei jedem Lied nicht nur im Refrain mehrmals gegen Anziehungskraft der Erde. Also Augen zu – und es ist schöne Musik. Alle habe die Augen breit aufgerissen …

Abends im Schooner Bar finden wir die Entspannung pur. Klavier und Gesang – einfach etwas für die Seele und gute Träume.

Das Schiff fährt inzwischen schon zur nächsten Insel.

Der erste Blick auf St. Croix (Französisch Heiliger Kreuz) – aus dem Speisesaal gesehen.
Seht ihr die Schildkröte ?
Ohne einer Palme kann kein Schiff anhalten
We are walking …. nur der blaue Kanister fehlt (aus der alten ARAL Werbung)
das Wasser hat 26 Grad
Tagesträume
Am Nachmittag, als wir zurückkehrten, kamen schöne Wolken.
Die Schildkröten sind nicht mehr da – schade. Aber die Natur bleibt wunderschön und hinterlässt die Sehnsucht nach dem Verlangsamen der Zeit.
die coole Band mit der Bewegungsfreundlichesängerin
der Blick nach oben mit viel BlinkBlink – Beleuchtung 1A

Kreutzfahrt Tag 3 – Einschiffen

13.04.2025
Der heutige Tag (Sonntag) ist im Zeichen des Wartens auf die Einschiffung. Nur …. am Sonntag fahren in San Juan keine Busse. Was ist zu tun? Einen Uber Taxi zu bestellen. Also die App runterladen und sich für die Freischaltung identifizieren. Es ist eine Deutsche App und die Bestätigung der Telefonnummer läuft über SMS. In Deutschland mag es funktionieren, nicht aber mit einer speziellen SIM-Karte auf Puerto Rico. Was ist die Lösung? O2 einschalten und schnell eine SMS empfangen um den Bestätigungskode zu erhalte und dann flott O2 ausschalten. Zum 1.mal im Leben bestelle ich ein Uber-Taxi. Das Buchen (sogar für Stunden voraus) geht auch für einen digitalen Foreigner (das Gegenteil zum digital Native) erstaunlich einfach und ist vergleichsweise günstig. 

Bevor das Taxi kommt haben wir 4 Stunden Zeit. Die Koffer im Hotel gelassen, laufen wir zum Waschsalon. Wir habe das wohl ein einem Film gesehen und finden die Atmosphäre dort gemütlich, entspannend und irgendwie auch produktiv. Ja, wir haben doch nicht so viel Schmutzwäsche, aber wir möchten es erleben. Katrin zieht noch die einfach ausziehbare Unterwäsche aus und schmeißt zum Rest in der Waschmaschine dazu. Wie im Film. Der Laden ist voll und wir wissen grob, wie das Wasch-Verfahren geht, weil wir oft in Niederlande im Waschsalons waschen.

Hier ist es ähnlich, nur die Bezahlung ist direkt an der jeweiligen Maschine mit 25 Ct Stücken. Zum Glück gibt es Wechselautomat – das Betriebsgeräusch erinnert stark an Casino. ClickClickClick ….. In 25 Minuten ist gewaschen und in 12 getrocknet. Wir telefonieren mit den Kindern, zeigen die Wäscherei und beenden das Abendteuer. 

American Dream Couple bei der Sonntagswäsche

Wir gehen zum Strand und chillen. Die Einheimischen spielen dort Beach Tennis und es ist interessant zuzuschauen. 

Die Schläger sind wie bei Padel-Tennis und es werden für ein Spiel 5 Bälle angespielt jeweils von einer Seite.
Der Strand in San Juan
Das ist ein Strand, wo auch Schildkröten nachts besuchen um ihren Nachwuchs hier zu vergraben.

Auf dem Rückweg zum Hotel suchen wir ein Café, das wie auf dem Hinweg gesehen haben , aber finde es nicht.  Genervt landen wir in der Bäckerei (wie am erst Tag – damals ohne Stress) und gönnen uns ein Getränk mit Vollkorn ChedarSandwich.  Die Lage entspannt sich.

Eine kleine Geschichte am Rande. Als ich gestern in der Drogerie war, verkaufte ein netter junger Mann vor dem Eingang kleine Blumen aus Palmenblättern. Ich stehe auf diese Art von Kunst und Katrin konnte damit Katrin Freude machen.

Zwei Blumen

Dann nur die Koffers abholen und mit dem Uber zu Schiff.  Es hat problemlos geklappt.  Jetzt bin ich ein Uber Experte.

Auf dem Schiff herrscht Ordnung und wir finden rasch unsere Kabine. Der erste Eindruck ist positiv: ein nostalgisches Schiff mit amerikanischem Flair. Das muss man mögen oder sich darauf einlassen. Bei uns ist das Zweite der Fall. Bis wir uns mit der Sicherheitsvorschriften bekannt gemacht und das Schiff oberflächlich erkundet haben, ist schon das erste Abendessen fällig. Ich fand das vegetarisches Essen geschmacklich gut und ausreichend. Und die Bedienung unglaublich nett. Auch der Hunger der anderen mit 2 Vorspeisen und 2 bestellten Hauptessen wurde erledigt. Hungrig bleibt hier keiner.

Um 20 Uhr legen wir ab und wir stehen auf dem Deck 10 und beobachten das Spektakel. Das lustige ist, dass gerade zu dem Zeitpunkt bei einem Volksfest am Ufer ein kurzes Feuerwerk gezündet wurde. Eine würdige Verabschiedung auf die Reise.

Abends sitzen wir zur zweit in der Shooner Bar und genießen einen talentierten Klavierspieler, der dazu auch exzellent singt. Aber 3,5 Stunden haben wir es bei 2 Cocktails nicht ausgehalten. Morgen spielt er wieder und wir werden da sein.

das 1. Bild aus dem Schiff
Ein wichtiges Detail im Bild – der Becher: ein Zeichen, dass Katrin bestimmte Getränke im voraus als Flarate gekauft hat
kleine Room Tour
Blick vom Fenster zum Eingang – das Zimmer ist geräumiger als erwartet. Am Schreibtisch sind meine bestellten Wasser-Flaschen – 3 Stück pro Tag 🙂
Das Theater – man merkt die Nostalgie vor 30 Jahren, als das Schiff gebaut wurde
Das versprochene Feuerwerk für …
…. die Glücklichen
Der junge, begabte Musiker – ein Genuss zuzuhören.

Kreuzfahrt Tag 2 – Erholung nach der Anreise

12.04.2025
Puerto Rico 🇵🇷 

Guten Morgen Don Juan – die Hauptstadt der Insel. In einer  Bäckerei in der Nähe frühstücken wir. Es gibt sogar ein Haferbrei mit Zimt. Schön. 

Ein Tee kostet 5 $. Jetzt weiß ich, warum ich in Frankfurt am Flughafen bei der Ausreise nach Tee gefragt wurde.

Das Programm heute ist Sightseeing. Die Altstadt ist 8 km entfernt. “Wir laufen doch, oder?”, fragen unsere Freunde. Klar. Nach einer halber Stunde unterwegs in Flipflops, bei 30 Grad im Schatten und gefühlt 100% Feuchtigkeit kippt bei den Frauen die euphorische Stimmung und wir suchen Bushaltestelle.  Der Bus kommt gleich und fährt uns kostenlos zu der Altstadt. Warum er kostenlos heute ist , wissen wir immer noch nicht.  

Auch kürzere Distanzen bei der Luftfeuchtigkeit sind anstrengend

Die Stadt wurde 1521 gegründet und gleich befestigt. Sicher ist sicher galt damals, wie heute. Und mit den Pflege- und Unterhaltskosten hat damals keiner gerechnet. Geschweige vom Heute.  Ob die Stadt schön ist? Interessant, ja. Mit mehr als 2 Millionen Anwohnern (mit Vororten) ist es eine pulsierenden Stadt , aber bodenständig – mit der Vergangenheit kann sie heute nicht mithalten.

In der Festung
hier ist alles bunt
Ist es ein Herz?
nichts für SW Fotografie
auf dem Denkmal hinter uns waren viele Schiffe abgebildet
der Weg endet als ob im Himmel
Historisch gesehen war die Insel der Eingang in die neue Welt und hatte schon damals Frischwasser
etwas zum Daddeln
perspektivisch gesehen sind die Farben zukunftsweisend
die Kopfsteinpflaster sind lasiert. Wahrscheinlich wegen der Haltbarkeit.
der Baum wächst direkt aus dem Haus, oder?
in der bunten Gesellschaft
hier wird gute Lauen großgeschriebene
so sieht die Flagge von Puerto Rico – sogar am Friedhof an den Gräbern stellen sie sie hin
Finde die Zebra … ja, es gibt im Bild eine Zebra.

Zum Mittagessen kaufen wir uns auf dem kleinen Anwohnermarkr eine frische Kokosnuss. Zum ersten Mal im Leben trinke ich frische Kokosnuss-Milch, also das Innere von der Nun – die Flüssigkeit ist aber durchsichtig. Dann wird die Nuss gehälftet und das frische Fleisch ausgekratzt. Wir sind satt.

Die Kokosnuss sieht wie ein Muffin

Hier noch ein Paar Bilder aus dem lokalen Friedhof. Ich war sogar bei einer Bestattung dabei. Die Zähne der Zeit nagen auch an Steinen. Dafür hat man einen wunderschönen Ausblick ans Meer.

Und wieder zurück im Hotel, überlegen wir, was ist der Plan für den Nachmittags. Es gibt  drei Vorschläge:

  1. Chillen
  2. Ziplines durch den Regenwald fahren
  3. eine Bioluminiscenz im Meer anschauen

Am Ende sind wir zum Strand spazieren gegangen. Ohne Auto waren keiner der Attraktionen erreichbar. Wenn ich überlege, dass es am Nachmittag noch geregnet hat …. und der Eintritt bei ad) 99 $ und bei ad 3) 150 $ gekostet hätte und nur bei Nacht aus einem Kanu zu beobachten war, war der Strand die richtige Entscheidung. Auch zeitlich waren die Attraktionen am Nachmittag nicht zu schaffen , weil die Anfahrt über eine Stunde gedauert hätte. Ich konnte den Strandbesuch erst später genießen, weil ich meine Jetlack-Symptome kuriere und zwei Stunden gemütlich schlafe.

windig

Danach drehe ich eine Runde um unsere Unterkunft – kaufe eine Munddesinfektion für mich (zum Glück ist der Herpes innen) und bei der Gelegenheit eine zweite Ersatzbrille in der richtigen Stärke. Sicher ist sicher. Ich schaue mir die Umgebung an – vielleicht möchten wir heute Abend gemeinsam essen gehen. Was wäre meine Idee dazu ? Ich sehe einen Japaner mit Ramen-Suppen. Das wäre meine Alternative – nur – bei 8 Personen würde wohl nur Katrin mit mir freiwillig gehen. Was ich noch entdecke, ist ein Münzwaschsalon. Vielleicht werden wir ihn brauchen – Öffnungszeiten von 8am – 8pm, jeden Tag.

Das Meer nach dem Regen ist schäumig und der Strand naturbelassen. In dem angegrenzten Wohnviertel sind auch schöne Einfamilienhäuser. Wohnen am Meer muss auch hier etwas besonderes sein. Nur – der Wettereinfluss ist so enorm, dass die Immobilien vor den Augen erodieren. Ein großer Unterhaltungsaufwand ist notwendig, sie im Schuss zu halten. Die Stromleitungen sind alle oberirdisch und gewöhnungsbedürftig. Die Pflege des Energieversorgers hält sich schon außerhalb der Grenzen des Möglichen.

Puerto Rico bedeutet „reicher Hafen“
Der Vogel kommt hier immer wieder vorKo
lang lebe das Chaos
Künstlerisch angebrachte Verkaufsschild
Man könnte die Leitungen fast berühren – so tief hängen sie. Der Straßenschild hat auch bessere Zeiten erlebt – Viva Italia.

Die Sonne geht untern und wir gehen Essen – Top eins ist der Mexikaner Acapulco. Wir kommen hin, Wartezeit 40 Minuten. Top zwei ist der Italiener um die Ecke – Bude voll. Naja – für 7 Personen ist es in der Primetime nicht einfach etwas zu finden. Top 3 ist ein Einheimischer Italiener – Wartezeit 45 Minuten. Katrin unterbreitet unverbindlich und trotzdem bestimmt, so wie sie es nur kann, den Vorschlag mit dem Japaner. Wir strömen widerstandslos zum Japaner – und siehe da – es gibt genügend Plätze frei. Es ist zwar für uns, als Gruppe, die letzte Wahl, aber ich feiere innerlich und genieße die milde, wohlschmeckende Speise.

Ramen – hmm, lecker

Der Tag 2 geht zu Ende ….

Kreuzfahrt Tag 1 – die Ankunft

11.04.2025
Die Übernachtung in Frankfurt war erholsam und sinnvoll. Vorher haben wir uns bei einem Italiener unserer Wahl gestärkt, in TV „Marie fängt Feuer” und das Unentschieden beim Fußball Tottenham : Frankfurt angeschaut und die Nacht war rum. 

Der empfehlenswerte Italiener ist auch auf der Karte

Was ist zum Hotel ParkInn zu sagen?

  1. nah zum Terminal 2 – fußläufig 700 m
  2. relativ günstig, wenn man kurzfristig (!) bucht 
  3. Ambilight Beleuchtung um das Bett herum – die Farben sind individuell, stufenlos wählbar. Eine Spielerei, die mein Abend und den Morgen positiv eingestimmt hat. Was man alles mit dem Licht machen kann …

Am Frankfurter Flughafen angekommen, habe wir uns ein Frühstück gegönnt und danach der üblichen Nacktscanner-Prozedur unterzogen. Es gibt neue Gepäckscanner – der Vorteil: alles kann in der Tasche/Rucksack/Koffer bleiben, Flüssigkeiten ( immer noch in kleinen Mengen) , auch elektronische Geräte, wie Handy, Laptops und Tabletts. Fortschrittlich. 

Bis jetzt lief alles prima. Nun möchte ich etwas lesen und kann nicht.  Mein Brillenetui ist leer. Keine Brille. Hilfe. Alles ausgeräumt – Handgepäck umgedreht, alle meine Hosentaschen – die Brille ist nicht da – meine gute Bildschirmbrille. Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Notfallmodus wird eingeschaltet:

  1. Rahmenbedingungen: Boarding in 5 Minuten und ich möchte meine Brille finden oder einen Ersatz kaufen.  
  2. Bei der Sicherheitskontrolle gefragt – negativ
  3. Im Geschäft nach Lesebrille gefragt – negativ 
  4. Schnell zum Boarding um als Letzter einzusteigen – blind.  

Notfallmodus beendet.  Katrin tröstet mich , dass wir in Atlanta (wo wir umsteigen) neue Brille kaufen. Logisch ist es , aber mein emotionaler Gleichgewicht ist aus den Fugen geraten und bin in dem Moment sowieso untröstbar. Und dann kommt noch die typische Frage, die ich mir anhören muss : wo hast du sie zum letzten Mal benutz?. Fällt mir natürlich auch nicht ein. Ob diese Erkenntnis meine innere Schieflage ins Lot gebracht hat? Definitiv nicht. 

Der Flug nach Atlanta verlief problemlos:

  1. gutes Essen und Trinken – zusätzlich gab es zur jeder Zeit im Heck etwas zum Knabbern und Trinken  
  2. fortschrittliches Entertainment System: für mich war das Spotify mit Country Musik da
  3. ein mitgebrachtes Sudoku-Heft mit extra großen Zahlen konnte ich einigermaßen lesen 
  4. meine Nachbarin hat mir ihre -1 Dioptrie Lesebrille ausgeliehen (ich brauche -3,5)
10 Stunde Ausblick – es gab ausreichende Beinfreiheit
10 Stunden mit weitläufiger Perspektive
Ausreichende und schmackhafte Versorgung
leider erst nach dem Essen aufgenommen – sorry, aber hat gut geschmeckt 🙂
Über den Wolken schmeckt der Saft immer besser als unter den Wolken

Dann kam Atlanta – am ersten Verkaufstand hingen Lesebrillen am Ständer.  Zwar nur mit -2,5 Dioptrien, aber egal. Die Lese-Welt wird für mich wieder wahrnehmbar. Ich bin HAPPY.

Als ein Bonus zu der 32 $ Investition gibt es die Brille in einer Reiseausführung: flach, mit einem Etui, dass nicht dicker als 1 cm ist. 

Die Umsteigezeit in Atlanta sind 5 Stunden. Leider mit Gepäck. Bis wir aussteigen , Koffer holen, die Einreisekontrolle hinter uns bringen (inkl. alles scannen und Schuhe ausziehen ), dauert es bestimmt eine Stunde. Dann der Weg zum Terminal. Atlanta ist einer von den größten Flughafen der Welt. Das bedeutet lange Wege. Danach sitzen wir mit unseren Freunden in der Fressmeile und überbrücken die verbleibenden Zeit. Es sind am Ende nur 2,5 Stunden, weil wir wieder rechtzeitig zum anderen Terminal müssen. Die Fahrt mit dem Zug zwischen 8 Terminals gestaltet sich raketenähnlich: die Beschleunigung nietet alle im Wagon um und die Geschwindigkeit prüft den Zug besser als jeder TÜV. Der Boden bebt, die Wände wackeln, die Leute halten sich an allem, was ihnen in die Hand kommt. Dazu erzählt der Lokführer in einem Affentempo liebgemeinte Infos zu den Terminals: Terminal A wie Atlanta, Terminal T wie Tango usw. 
Wir sind in dem letzten Wagon und von hinten sind schon die Lichter des nächsten Zuges zu sehen – ob er noch schneller fährt und uns einholt?

Zum Glück steigen wir aus und dürfen aufs Boarding nach San Juan warten. 

Nein , der Flug ist nicht ohne Turbulenzen. Dazu noch ist die Nacht da und macht alles noch schlimmer – mir ist schlecht. Die Abhilfe schafft der Kapitän damit, dass er 1 km höher fliegt – und schwupps, die Turbulenzen hören auf. Landung mit Klatschen und es geht los zu der Unterkunft. Duschen und Bett. 

Wir waren 24,5 Stunden unterwegs.

Es geht los in die Karibik
Die Fluggeschwindigkeit – knapp 1.000 km/h – unglaublich.
Bei der Taxifahrt hatte ich auf den Schmutz auf den Flügel aufmerksam gemacht – könnte vom Öl kommen, dachte ich. Meine Sorge war unbegründet, wie kamen an.
Wie eine Spielhölle sind die Kabine bei der Nacht aus.
Der Biick zum Gepäckband: Bekommen wir doch alle Koffer geliefert? JA – alle Gepäckstücke kamen an.

Vorbereitung Tag 0

10.04.2025
Heute Nachmittag geht es nach Frankfurt – dort übernachten wir, bevor wir Morgen abfliegen. Wir möchten uns heute Abend noch mit Freunden treffen – wir sind auf der Reise nicht allein 🙂

Ein Serviervorschlag derLektüre für den Flug