TAG 7 – Civitavecchia, in der Nähe Roms, Italien

Wer Civitavecchia nicht kennt, der hat nichts verpasst. Das Städtchen ist ein Hafen aus der Zeit vom Kaiser Hadrian. Heute legen dort die Kreuzfahrtschiffe um die Touristen mit 1 Stunde Transfer nach Rom zu bringen. Anscheinend können diese großen Menschensilos direkt in Rom nicht so gut einparken. Wir entscheiden uns für einen Besuch des verschlafenen Städtchens umgehen auf geradewohl los. Was für wir vorfinden, ist eine Kirche, voll mit jugendlichen Pilgern, inklusive ihren Gepäckstücken – zum ersten Mal sehe ich in einem Domschiff so viel Gepäckstücke, als ob die Fluglotsen in Rom drei Tage gestreikt hätten. Weiter finden wir eine uralte Befestigunganlage, die heute als militärische Stützpunkt dient. Uns zieht der Strand an, der leider aus Kieselsteinen besteht und der Baywatch-Man hat die rote Flagge gezogen. Für eine Fußumspülung reicht das voll aus. Im benachbarten Sportareal spielen Jugendliche ein Beach-Volleyball Turnier. Ich finde das zuschauen interessant. Es wird drei gegen drei gespielt und in jedem Mannschaft muss mindestens ein Mädchen dabei sein. Das Niveau des Spielens ist erstaunlich hoch. Unterwegs treffen wir noch eine Gruppe amerikanisch sprechenden pilgern, die sich zu einer spontanen Kundgebung auf der Promenade platziert haben. Sie sprechen über Erfahrungen, welche sie in ihrem Glaubensleben gemacht haben. Es war interessant, zuzuhören, wie innig und begeistert Sie ihre Bezeugung vermittelt haben.

Später gehen wir wieder zurück zum Schiff, um uns essenstechnisch zu versorgen. Civitavecchia haben wir hinter uns gelassen.

Was noch zu erwähnen ist, sind hygienische Maßnahmen vor dem Eintritt ins Schiffsrestaurants. Es stehen an der Seite innovative Geräte zum automatischen Hände waschen. Es gibt zwei blaue, rotierende Körbe, die perforiert sind. Aus dem Löchern Wird und unter Druck das Wasser gepumpt, dabei drehen sich die Körbe, und es entsteht das Gefühl, dass die Hände von der Maschine gereinigt werden. Es ist gewöhnungsbedürftig und wir gewöhnen uns durch den Bedarf an diese Maschine recht schnell. Ich finde diese Innovation erfrischend gut, durchdacht und das wichtigste: sie funktioniert tatenlos. Ich kann mir vorstellen, dass diese Geräte Einzug in die Gastronomie schaffen, weil sie wohl wassersparend arbeiten.

Heute Abend gibt es auf dem Schiff ein besonderes Event: es ist überschrieben als eine Walbeobachtung am Rande eines Schutzgebiets. Ich freue mich drauf, weil das vorherige Event mit der Sternenbeobachtung sehr gut war. Leider sind wir alle enttäuscht: ein Weiß angezogene Klavierspieler am weißen Klavier und ein Tänzer begleiten einen Animationsfilm mit ihren Künsten. Der Inhalt vom Film ist schon themenverwandt und wir sehen auf der Tanzfläche, die mit Flachbildschirme ausgekleidet ist, schon Wale nur eben als Zeichentrickfilm. Nach knapp 15 Minuten ist die Veranstaltung zu Ende. Das Schiff hält auch nicht an und ist munter durch die Nacht weitergeschippert. Ich habe leider mehr erwartet und die Enttäuschung ist groß.
Dafür ist das Abend-Show im Colosseum (dem Zentralpunkt des Schiffers) hervorragend. Die Artisten geben ihr Bestes, die Technik funktioniert, die Akrobaten sind hoch in der Luft auf den Seilen gezogen und erfreuen sich das Publikum zu begeistern. Die Sänger und die Musik rahmen diese Veranstaltung ein und geben diesem artistischen Wunder den letzten Schliff. Der letzte Abend ist gerettet.

Savona, wir kommen wieder.