TAG 4 – 30.7.2025 – Ibiza, Spanien

Gegen Mittag legen wir auf Ibiza an. Da sind wir schon nach dem Workout im Gym und nach dem Frühstück. Das Ziel ist heute die Stadt Ibiza zu erkunden: die Kathedrale, das Museum der moderne Art und endlich in das warme Meer zu springen. Es gibt aber eine kleine Randbedingung – das Museum macht um 14:00 Uhr zu und erst ab 18:00 Uhr wieder auf. Wir gehen aus dem Schiff um 12:00 Uhr raus. Bei den städtischen Transferbussen windet sich eine lange Schlange – in der prallen Sonne. Trotz allen Bemühungen kommen wir erst gegen 13:00 Uhr in das Städtchen. Es ist sehr historisch und die Sträßchen entsprechend verwinkelt. Interessanterweise sind sie alle mit Steinen gepflastert und die Steine sind abgerundet. Das sind die Kopfsteinpflaster der vergangenen Jahrhunderten. Und sie sind rutschig. Bis ich das Museum finde dauert auch seine Zeit – es ist im Berg gebaut und abseits von der schmalen Hauptstraße. Architektonisch ist das Museum schick gebaut. Zu meiner Überraschung ist heute der Eintritt frei. Das passt mir ganz gut, weil ich sowieso nicht so viel Zeit habe. Das denke ich mir. Aber das Museum ist sehr klein und so habe ich noch Zeit in der Bibliothek ein paar Bücher und Kunstzeitschriften durchzublättern. Was mich auf jedem Museum fasziniert, sind nicht nur die ausgestellten Exemplare, sondern auch eine besondere Stimmung, die dort herrscht. Ich empfinde sie als inspirierend:

  • sie spornt mich zu neuen Projekten an,
  • unterstützt mich beim Sammeln von neuen Ideen, 
  • gib mir das Gefühl, dass ich nicht alleine verrückt bin und dass 
  • die Grenze zwischen verrückt sein und Kreativität ganz verschwommen ist. 

An der Kathedrale treffe ich mich mit meinen Liebsten. Den Berg, auf dem die Kathedrale steht, ist echt anstrengend zu erklimmen. Dazu sind die Kopfsteinpflaster sehr glatt. Nach einer schöne Aussicht, die uns den Hafen und die Altstadt aus dem besten Blickwinkel zeigt, gehen wir zurück. Ich begegne Frauen, die ihre Flip Flops ausgezogen haben, um besser und sicherer laufen zu können. Unterwegs sehen wir eine Wand mit Händenabdrücken in Betonquadraten. Die Hände gehören berühmten Persönlichkeiten, die Ibiza schon vor uns besucht haben. Und weil jeder Mensch ein besonderer Mensch ist, malen viele Vorbeilaufende ihren Handumrisse mit einem Edding auch an die Wand. Als wir vorbeilaufen, ist gerade ein Kind damit beschäftigt, seine Hände zu verewigen. Und die Mutter muss den Namen des Kindes in den gemalten Umriss ergänzen. Es ist interessant zu beobachten, dass die Mutter immer etwas zum Malen fürs Kind dabei hat. Ich hatte leider nur einen Kuli im Rucksack und so habe ich meine Hände dort nicht hinterlassen. Ich denke nicht, dass die Wand deswegen traurig ist, weil es kaum ein Plätzchen für eine neue Hand gibt. 

Wir essen noch drei Tapas in einem lokalen Restaurant und laufen weiter zum Bus. Es ist Zeit zum Strand zu gehen. Ein wohl temperiertes Mittelmeer, mit durchsichtigem Wasser und weißem Sandstrand. Weiter vom Strand beginnt schon der Algenwald. Für eine kleine Erfrischung ist die Location ganz prima. Wir lassen sogar alle unsere Dokumente auf dem Strand liegen, wenn wir zu dritt im Wasser planschen. So ist das Gefühl der Sicherheit dort. Wahrscheinlich nicht alle teilen dieses Sicherheitsgefühl. Und so verschiebt sich Katrin im Wasser schnell in die Nähe, unseren Habseligkeiten. 

Es war uns wichtig, heute im Meer zu baden, weil wir morgen einen Seetag erleben werden. Den ganzen Tag unterwegs im Meer.

Zum Abschluss des Tages ist eine große Party auf dem Schiff geplant, weil eben Ibiza als Party Insel bekannt ist. Die Party beginnt gleich bei der Ausfahrt aus dem Hafen und zieht sich noch zweieinhalb Stunden ins Meer hinein. Sie ist gut arrangiert und professionell durchgeführt: ein weiblich gelesener DJ im goldenen Kostüm lässt gekonnt die basslastige Musik aus den fetten Lautsprechern zu den Tanzwilligen strömen. Die Mobile Kamera nimmt die Tanzenden auf und bringt sie auf den großen Bildschirm hinter dem DJ. Und schon kommen weitere Akteure auf die Bühne: im Gold gekleidete Frauen mit riesigen sonnenähnlichen Fächern auf dem Rücken und bewegen sich im Rhythmus um die Wette; auf einem erhöhtem Kugel-Hügel in der Mitte der Bühne platziert sich eine Frau – sie tanzt und tanzt und tanzt. Eigentlich tanzt sie dort die ganze Zeit, die wir auf der Party sind. Eine unglaubliche Leistung, weil sie auch den Text der Liedern in ihre Bewegungen übersetzt. Das verlangt eine kognitive Hochleistung und sichere, tänzerische Ausdrucksweise.

 Die männlichen Tänzer bringen auf den seitlichem, erhöhten Podesten Ihre gesamten Körper zur Vibration – die Bewegungen pulsieren rasend im Beat. Und schon laufen die Treppe runter vier Frauen, ganz im rot mit riesigen roten Flaggen, die sie nachher im Wind auf der Bühne gekonnt schwingen lassen. Beim genauen Zusehen sind diese Flaggen auch mit den Kleidern fest verbunden. Ein Fest für die Augen. Ein Disaster für die Ohren, weil die Musik so ohrenbetäubend laut ist. Ich bleibe tapfer mit der Kim in der Arena. Für Katrin ist es zu viel. 

Meine Aufmerksamkeit verdient noch ein begabter Saxophonspieler, der sich unglaublich sicher in den Partyliedern wiederfindet. Wenn ein Rhythmus nur dröhnt, ist er schon mit einem Solo zur Stelle und erfreut damit meine langsam ermüdenden Ohren. 

Nach einer Stunde der Bauchmassage und der Resonanzerzuegung im Zwerchfell ist auch für uns die Party zu Ende. Wir trinken in der Kartell-Bar zur Beruhigung noch eine Kleinigkeit und dann ist auch der Tag für uns zu Ende.